Presseartikel

Altenholz – Auf Gut Projensdorf am Nord-Ostsee-Kanal ist in der Nacht zum Montag der rechte Flügel des historischen Herrenhauses mit zwei Privatwohnungen und dem Keller fast komplett ausgebrannt. Menschen wurden nicht verletzt, der Schaden wird laut Polizei auf eine halbe Million Euro geschätzt. Die Brandursache ist unklar, die Kripo ermittelt.
Von Christian Hiersemenzel

Das Herrenhaus vor den Toren Kiels ist bei Hochzeitsgesellschaften
beliebt, wird unter dem Namen Kultur-Gut für Konzerte und Ausstellungen rege genutzt und hat sich zu einem Aushängeschild
im Dänischen Wohld gemausert. Erst Mitte September feierten hier hunderte Besucher ein „Festival der Elemente“. Die Repräsentationsräume  – das Foyer, der Gartensaal und die Veranda – blieben abgesehen vom Qualm nahezu unberührt, ebenso die mittlere Wohnung darüber und der gesamte linke Gebäudeflügel.
Die rund 140 Quadratmeter große Erdgeschosswohnung der Eigentümerin im rechten Flügel allerdings sowie eine 100 Quadratmeter große Mietwohnung im ersten Stock brannten komplett aus. Ein Statiker wird das Gebäude überprüfen müssen.
Gegen 1 Uhr waren die 42-jährige Gutsbesitzerin Almuth Klemp und ihr Lebensgefährte Reinhardt Hassenstein hochgeschreckt. Beide nahmen Brandgeruch wahr, der aus dem Heizungskeller kam. Unten war nicht nur Feuer ausgebrochen, sondern auch ein Wasserrohr geplatzt. Zurück in der Wohnung, bemerkten die zwei, dass aus einem Kinderzimmer Qualm herausdrang – der 13-jährige Moritz schlief in dieser Nacht allerdings gegenüber bei seinem Zwillingsbruder Sebastian. Nach Angaben von Reinhardt Hassenstein stand bereits ein Bücherregal in Flammen, das Feuer hatte sich über die Zwischendecke ausgebreitet.
Almuth Klemp weckte sofort ihre beiden Söhne, ihre Tochter Charlotte und die Mieter im oberen Stockwerk. Reinhardt Hassenstein verständigte Polizei und Feuerwehr, die gegen
1.30 Uhr Alarm auslöste. Neben der Altenholzer und der Knooper Feuerwehr wurden auch Löschzüge aus Dänischenhagen, Felm und Felmerholz sowie von der Kieler Berufsfeuerwehr gerufen – aufgrund der starken Verqualmung benötigte man zahlreiche Atemschutzgeräteträger.
„Wir konnten von der Rückfront des Hauses sehen, dass im Kinderzimmer hohe Flammen die Wand hochschlugen“, sagte Einsatzleiter Dirk Schröder von der Altenholzer Wehr.
Zwischenzeitlich waren rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Man habe die offenen Flammen schnell zurückdrängen können. Als ausgesprochen problematisch erwiesen sich jedoch Brandnester.
Das Gutshaus stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Decken sind Holzkonstruktionen und haben Reet als Füllung. Die Glutnester machten den Feuerwehrleuten noch gestern Vormittag zu schaffen, Deckenvertäfelungen und Holzdielen mussten  aufgerissen werden. „Zurzeit schneiden wir im ersten Stock mit einer Motorsäge Löcher in den Boden“, sagte Dirk Schröder.
Über die Ursache rätselten die Experten gestern. Die Heizungsanlage war gerade erneuert worden, ebenso hatte die Eigentümerin einen neuen Schornstein einbauen lassen. „Erst vergangene Woche hat der Schornsteinfeger alles überprüft“, sagte eine sichtlich schockierte Almuth Klemp. „Wir sind froh, dass alle wohlbehalten herausgekommen sind“, sagte Reinhardt Hassenstein. Ja, man sei gut versichert. Richtig, niemand wurde verletzt, die Prachträume blieben unversehrt. Doch fast sämtliche persönlichen Gegenstände der Familie sind zerstört. „Gott sei Dank mussten meine Eltern nicht mehr erleben, dass ihr Haus brennt“, sagte Almuth Klemp.

(c) Eckernförder Zeitung 07.10.08

 


 

Ein Feuer auf Gut Projensdorf hielt gestern Morgen die Feuerwehren aus der Umgebung in Atem.

Altenholz/sum – Ein Schaden von etwa einer halben Million Euro ist in der Nacht zu gestern bei einem Feuer im Herrenhaus des Kulturgutes Projensdorf entstanden. Einsatzkräfte von fünf Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr Kiel waren ausgerückt, um das zum Teil 230 Jahre alte Gebäude vor den Flammen zu retten. Hausherrin Almuth Klemp alarmierte um 1 Uhr die Polizei, nachdem sie im Erdgeschoss Brandgeruch wahrgenommen und ein stark qualmendes Feuer im Heizungskeller entdeckt hatte. Als die Knooper Brandbekämpfer als erste eintrafen, hatte sich das Feuer bereits über die  Zwischendecke auf das darüber liegende Zimmer im Erdgeschoss ausgebreitet. Auch dort fing die Decke Feuer.
Weil sich die Brandnester in der Zwischendecke befanden, musste der Fußboden der oberenWohnung aufgesägt werden. Da Gefahr bestand, dass die Einsatzkräfte, die unter Atemschutz arbeiteten, bis in den Keller durchbrechen, wurde der Boden mit Leitern ausgelegt, über die sich die Helfer ihren Weg bahnten. Erst gestern Mittag gegen 12 Uhr war der
Einsatz für die Kameraden aus Altenholz, Felm, Felmerholz, Dänischenhagen und Kiel beendet. Die Knooper hielten noch bis in den Abend Brandwache. Almuth Klemp und ihre Familie
konnten das Haus rechtzeitig verlassen und blieben unversehrt.
Bis sie in ihre Wohnung zurück können, wird jedoch etwas Zeit vergehen. Wie die Polizeimitteilt, sind die Räume durch die Löscharbeiten zurzeit unbewohnbar. Zudem werde ein Statiker
das Gebäude überprüfenmüssen. Die Fassade sowie der Veranstaltungsbereich seien jedoch unversehrt, teilte Almuth Klemp mit. In zweiWochen, schätzt sie, werde der Teil des Hauses wieder voll nutzbar sein. Zur Brandursache konnten noch keine Angaben gemacht werden. Die Kieler Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

(c) Kieler Nachrichten 07.10.08

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