Presseartikel

Feuerwehr in Not: Kameraden dringend gesucht
Die Feuerwehr Dänischenhagen schlägt Alarm: Sie braucht dringend Leute.
Dänischenhagen
– Zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zwangsverpflichtet - das gab es bislang nur in List auf Sylt. Doch schon bald könnte es auch Bürger in Dänischenhagen treffen: Die Wehr hat zu wenig aktive Mitglieder.
Ein Löschfahrzeug gibt es in der Gemeinde, das im Notfall mit neun Einsatzkräften, die jeder ihre Funktion haben, besetzt ist. Ob Atemgeräteträger oder Maschinist - jede Funktion müsse dreifach besetzt sein, erklärt der stellvertretende Wehrführer Marc-Oliver Haßlberger, was das Brandschutzgesetz vorgibt. Doch an seiner Seite stehen nur 17 Kameraden, die im ständigen Training und damit für Einsätze qualifiziert sind. In der Jugendwehr der Gemeinde sind mit 19 Jungen und vier Mädchen zwar Nachrücker vorhanden, doch würden die meist im Zuge der Berufsausbildung verloren gehen oder beim Austritt aus der Jugendabteilung einer anderen Wehr zugute kommen. Denn die Jugendwehr Dänischenhagen ist die einzige im Amtsbereich, und die meisten kommen aus anderen Orten.
Haßlberger hat die Jugendabteilung vor 25 Jahren mitbegründet. „Ich fand die Feuerwehr faszinierend, wie jeder Junge“, sagt der 37-Jährige mit einem Lachen. Im Laufe der Jahre habe er viel gelernt und viel Positives für sich aus dem Ehrenamt herausgezogen, so dass er sich motiviert fühlte weiterzumachen. Inzwischen sei das Mitarbeiten in der Wehr schon selbstverständlich für ihn geworden. Doch anders als Brandmeister Haßlberger, der in der Gemeinde und mit der Wehr groß geworden ist, haben viele aus Kiel Zugezogene keinen Bezug dazu. Zudem glaubten sie, die Berufsfeuerwehr in Kiel sei im Notfall zuständig, hat der stellvertretende Wehrführer festgestellt. Das dachte auch Sven Teegen, der erst seit wenigen Tagen Mitglied der Wehr ist. „Wir wohnen seit knapp einem Jahr hier, und kürzlich habe ich erfahren, dass Kiel gar nicht verantwortlich ist. Da ist mir klar geworden, welche Bedeutung die Wehren auf dem Dorf haben“, so der 36-Jährige. Ein Jahr lang wird er nun als Anwärter in die Rechte und Pflichten und die vielfältigen Aufgabenbereiche eingeführt.
Gerade erfolgreich hinter sich gebracht hat Jan Joachim dieses erste Jahr und wurde als Feuerwehrmann von den Kameraden in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Als er mit seiner Familie nach Dänischenhagen zog, erfuhr er vom dringenden Bedarf der Wehr. „Ich habe mich schon immer gern für meine Mitmenschen engagiert, war lange Zeit im Vorstand vom Schwimmverein Wiking Kiel, und suchte nach einer neuen Aufgabe, als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren“, erzählt der 41-Jährige. So brauchte es keine großen Überredungskünste von Marc-Oliver Haßlberger, der Wehr beizutreten. „Es ist sehr reizvoll, die Technik kennen zu lernen, und die Menschen aus dem Ort“, sagt Joachim. Denn unter den Kameraden seien alle Bevölkerungsschichten vertreten, die Spannbreite reiche vom Totengräber über Lehrer und Versicherungsfachwirte bis hin zum Piloten.
Haßlberger hofft, dass noch mehr Bürger wie Teegen und Joachim den Weg in die Wehr finden. Denn wenn die Mitgliederzahl noch weiter sinkt, müssten Bürger zwangsweise einberufen werden. „Aber das wollen wir nicht“, sagt der stellvertretende Wehrführer. „Eintritte sollten lieber freiwillig geschehen.“ Egal ob Mann oder Frau, jeder zwischen 30 und 60 Jahren ist willkommen. Wer aufgeschlossen und Team-fähig ist, sich gern für andere einbringt und Spaß daran hat, etwas über Technik zu lernen, schaut einfach bei den Übungsabenden montags um 19.30 Uhr in der Feuerwache vorbei oder mailt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

(c) Eckernförder Zeitung, Susanne Meise

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